Auch die außerhalb des Karpatenbeckens lebenden Ungarn brauchen Schulen und Kultureinrichtungen (2016.05.21.)

In den letzten Jahren schuf eine massive Abwanderung aus Ungarn aus wirtschaftlichen Gründen eine neue Situation in der Volkstumspolitik. Zehntausende ungarischen Gemeinden haben sich seither in Westeuropa und in Übersee etabliert, doch die Unterstützung dieser neuen Emigration ist bisher gering, denn es fehlt dafür am Willen und an einer Strategie der ungarischen Regierung – dies erklärte der Jobbik-Abgeordnete István Szávay in einer Pressemitteilung.

Laut Szávay müsse man leider der Tatsache ins Auge blicken, dass ein erheblicher Teil der ungarischen Auswanderer in näherer Zukunft nicht mehr in die Heimat zurückkehren wird. Es sei somit eine Aufgabe des Staates, die Ausgewanderten in Bereichen wie Ausbildung sowie bei kulturellen und religösen Agenden zu unterstützen, was eigene Institutionen und deren Finanzierung erfordere. Szávay versprach namens der stärksten Oppositionspartei Ungarns, dass diese, wenn sie 2018 an die Regierung kommt, sich unverzüglich dem Aufbau solcher unterstützender Einrichtungen widmen werde.

Während einer Reise nach Dublin konnte sich der-Jobbik Politiker davon überzeugen, wie sinnvoll es wäre, wenn der ungarische Staat dort die Gründung eines „Ungarischen Hauses“ unterstützen würde. Dies ist auch die einhellige Meinung der lokalen ungarischen Organisationen. Das „Ungarische Haus“ könnte das Zentrum vieler ungarischer Institutionen sein, welche dort ihre Programmen organisieren könnten. Zum Beispiel könnten hier auch eine ungarische Schule und ein ungarischer Kindergarten unterkommen, Einrichtungen, welche zur Zeit in Dublin nur an Wochenenden zur Verfügung stehen. Diese Einrichtungen würden einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der ungarischen Identität und der ungarischen Familien in Irland leisten. Die Schulleiter haben bereits einen speziellen Lehrplan entwickelt, der für andere ungarische Bildungseinrichtungen im Ausland beispielhaft sein könnte. István Szávay äußerte die Hoffnung, dass die ungarische Regierung diese Vorschläge akzeptieren und unterstützen werde.

Der am 13. Mai gegründete Dubliner Freundeskreis der Jobbik ist die siebte ausländische Gruppierung der Jobbik; bisher wurden ähnliche Gruppierungen in München, Wien, Zürich, London, Bristol und New York geschaffen.

Während seiner Gespräche mit Auslandsungarn stellte der Jobbik-Politiker immer wieder fest, mit welchen Problemen seine Landsleute bei der Stimmangabe im Ausland konfrontiert sind. Das Problem ist insbesondere, dass man seine Wahlstimme nur an den ungarischen Botschaften abgeben kann, egal ob man in deren Nähe oder weit weg wohnt. In vielen Fällen kostet daher die Anreise zur Stimmabgabe sehr viel Zeit und Geld. Die Jobbik ruft daher die Orbán-Regierung auf, dieses Thema endlich – entsprechend früheren Versprechungen der Regierung – auf die Tagesordnung zu setzen. Es müsse für alle Auslandsungarn, also auch für die ungarischen Wirtschaftsemigranten, ein Recht auf Stimmabgabe per Brief geben, wie dies jetzt bereits den Ungarn gewährt wird, die in den Staaten auf dem ehemaligen Territorium des Königreichs Ungarn leben, so Szávay.

Quelle: alfahir.hu/templomra_es_iskolara_a_karpat_medencen_kivul_elo_magyarsagnak_is_szuksege_van

Unser Mitteleuropa

Tags: